Das Lebensprojekt: Bildungschancen in Benin verbessern

Gruppe vor einem Schulneubau
Klaus van Briel (2.v.l.) vor einem Schulneubau.

Bevor er 1998 als Entwicklungshelfer nach Benin ging, arbeitete Klaus van Briel als Journalist. Ein Filmprojekt über die Hilfsorganisation „Aktion pro Humanität“ brachte ihn 1994 nach Benin – damit begann seine Verbindung mit Land und Leuten, die die Basis seines Engagement bildet. Seine Mitarbeit bei der deutschen Nichtregierungsorganisation „Cap Anamur“ und auch später als Entwicklungshelfer des DED bzw. der GIZ prägten ihn tief. „Mein Engagement entwickelte sich und wurde durch die Arbeit für DED und GIZ sicherlich auch mit der Zeit zielorientierter und professioneller“, beschreibt Klaus van Briel den Einfluss seiner EH-Zeit. Heute arbeitet er als Entwicklungshelfer für die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH).
  

Es geht Klaus van Briel vor allem darum, Bildung und Lebensperspektiven junger Menschen in Benin zu verbessern. Schon zu Beginn seines Einsatzes als Entwicklungshelfer startete er dazu eine private Initiative und begann, Jugendliche in ihrer Schulbildung zu fördern. Unterstützung dafür erhielt er vor allem von Spendern aus seiner Heimatstadt Kleve am Niederrhein. 2002 entstand daraus der gemeinnützige Verein „Projet Maison Dogbo“ (2005 in „pro dogbo“ umbenannt), der mittlerweile in 20 deutschen Städten, in Frankreich und natürlich in Benin aktiv ist. Er ist sogar vom beninischen Staat offiziell anerkannt, was z. B. Importe von Maschinen und Material erleichtert. Außer über Spenden und Mitgliedsbeiträge wird der Verein u. a. vom Referat Weltkirche des Bistums Münster und dem Kindermissionswerk in Aachen unterstützt.
 

Auszubildende mit Gebäckschale.
Alexine hat einen Ausbildungsplatz in der Bäckerei von pro dogbo.

„Die Arbeit macht mir auch ganz persönlich Freude. Zu sehen, wie sich Dinge positiv verändern lassen und dabei mitwirken zu können, ist etwas Schönes“, so Klaus van Briel über seine Motivation. Es sei natürlich nicht immer alles Eitel Sonnenschein und oft gebe es Probleme, die man lieber nicht hätte. „Aber das gehört eben dazu. Am Ende ist es ein echtes Privileg für mich, hier in Benin arbeiten zu dürfen und daran beteiligt zu sein, Lern- und Lebensbedingungen für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu verbessern. Wenn man die Freude der Menschen hier spürt, dann weiß man, dass man etwas Sinnvolles macht. Das gibt Zufriedenheit – ein eigentlich unbezahlbarer 'Mehrwert'“, findet van Briel.
 

Auszubildende in der Kfz-Werkstatt
Auszubildende in der Kfz-Werkstatt.

Inzwischen betreiben pro dogbo bzw. sein lokaler Partnerverein Education Service International (ESI) u. a. drei Ausbildungswerkstätten (Bäckerei, Metall- und Kfz-Werkstatt), eine Bibliothek, ein Internet-Café sowie Häuser zum Lernen und Leben für Jungen und Mädchen. Mädchen und Jungen aus sozial problematischen Verhältnissen können zur Schule gehen oder eine Berufsausbildung erhalten. Rund 300 bis 500 Kinder profitieren von Bildungsarbeit vor Ort: Sie erhalten u. a. Schulhilfe, z. B. über Schulgeld oder -materialien, eine soziale Betreuung sowie medizinische Basisversorgung. Mittlerweile wurden fünf Grundschulgebäude errichtet. Ein Erfolg des Vereins: Ein Auszubildender der Metallwerkstatt hat sich selbstständig gemacht und bildet nun selbst Jugendliche aus.
 

Was ist das Erfolgsgeheimnis des Vereins? „Ich denke, dass wir hier ein echtes Team sind und in einem guten Arbeitsklima für die gleichen Ziele arbeiten“, so Klaus van Briel. „'Mein' Engagement ist mittlerweile schon der falsche Begriff, denn das Projekt wird zunehmend geleitet von den beninischen MitarbeiterInnen unserer Partnervereins ESI.“ Als Fachkraft der AGEH begleitet er vor Ort den Übergabeprozess, an dessen Ende die Eigenständigkeit steht. pro dogbo soll dann als Förderverein das Projekt aus der zweiten Reihe unterstützen. „Eine neue, spannende Phase!“, meint Klaus van Briel mit Blick auf den bevorstehenden Entwicklungsschritt.
 

Weitere Informationen:
 

Website des Vereins pro dogbo: www.pro-dogbo.de
 

Zeitungsartikel über Klaus van Briels Engagement:

www.rp-online.de/niederrhein-nord/kleve/nachrichten/der-klever-brueckenbauer-in-afrika-1.3561663

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/bildung-ist-die-beste-fluechtlingshilfe-id8560863.html


Fotonachweis: pro dogbo